Aikido

Aikido

Aikido ist eine verhältnismäßig junge Kampfkunst, deren Techniken für Angriff und Verteidigung aber vielfältig auf Jahrhunderte alte Praktiken Bezug nehmen. Besonders die Fechtkunst des mittelalterlichen Japan, der Samurai-Zeit, aber auch verschiedene Selbstverteidigungs- und Nahkampftechniken (mit und ohne Waffen) wie Daito-Ryu Aiki-Jujutsu bilden so die moderne Synthese eines Kampfkunst-Systems, bei dem der Respekt vor allem Lebenden im Vordergrund steht und das durch seinen defensiven Charakter und elegante Bewegungsabläufe auf den ersten Blick häufig nicht mehr viel mit Kämpfen im Sinne eines Gegeneinander zu tun hat.

Innere und äußere Haltung

Aikidoka (d.h. diejenigen, die Aikido praktizieren) versuchen sich mit einem Angriff zu harmonisieren, anstatt in die Konfrontation zu gehen. Sie nutzen dafür kreis- und spiralförmige Schritte und Bewegungen, um so die destruktive Kraft eines Angriffs zu neutralisieren oder auf den Angreifer zurückzuleiten, so dass dieser kontrolliert werden kann.
Aikidoka streben dabei stets nach klaren Bewegungen und der richtigen Haltung zum richtigen Zeitpunkt und trotz des defensiven Charakters von Aikido sind die Übungen ein intensives körperliches Training. Erfahrene Aikidoka agieren mit minimalem Kraftaufwand, was das Praktizieren von Aikido bis ins hohe Alter ermöglicht. Die regelmäßige Ausübung entwickelt ein Gefühl für die körpereigenen Energien und fördert die Fähigkeit, innere Spannungen zu kontrollieren und abzubauen sowie Konfliktsituationen gelassen und ohne Aggression zu begegnen. Das Ziel ist dabei die physische und psychische Entwicklung der individuellen Persönlichkeit.

Xavier Raphaël präsentiert im Aikido-Kurzportrait die Grundzüge des Aikido.

Philosophie

Der tiefe Kern der Aikido-Philsophie und der Sinn der allermeisten Übungen besteht damit in der Förderung eines Bewusstseins für ein kooperatives Miteinander und Frieden. Aikidoka nehmen selbstbewusst für sich in Anspruch, nicht am unmittelbaren Ausgang einer Konfrontation gemessen zu werden, sondern an ihrem Vermögen, für die Konfliktsituation als Ganze Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet, sich selbst und auch den Angreifer zu schützen und die Konfrontation durch eine Harmonisierung der Kräfte (Ai-Ki-Do) aufzulösen. Sie arbeiten so nicht auf eine Teilung in Gewinner und Verlierer hin, sondern streben die Transzendierung dieser Gegensätze und Überführung in ein harmonisches Ganzes an, eine ideale Form der Konfliktlösung.

Ai-Ki-Do

Der Begriff Aikido besteht im Japanischen aus den Kanjis Ai (Harmonie), Ki (Energie) und Do (Weg) und lässt sich übersetzen als „Der Weg der Harmonisierung der Kräfte“ – dieser Weg steht damit neben vielen anderen (Lebens-)Wegen, die die japanische Kultur hervorgebracht hat, zum Beispiel den Tee-Weg (Chado) oder den Weg des Schwertes (Kendo).

Die japanischen Kanjis Ai, Ki und Do